Feldenkrais-Methode

„Unser Körper ist unser wichtigstes Kapital. Wir müssen unser ganzes Leben mit ihm verbringen!“ Wie schnell geht durch einen Unfall, eine Operation, durch den Stress des Alltags oder die Launen des Alters, wie Schmerzen die Leichtigkeit und Beweglichkeit verloren. Oft verabschiedet sie sich schleichend. Wir vergessen sie einfach – die Beweglichkeit und versuchen mit dem klar zu kommen was ist.

Das lässt sich ändern!

Die Feldenkrais-Methode hat es in sich, die Erinnerung des Körpers zu wecken und ihn an das nicht mehr genutzte, also vorhandene Potential hinzuführen.
In der Einzelstunde fasse ich die Menschen an. Dieses Anfassen, Berühren, Bewegen, dieses Be-Greifen zeigt mir und dem Körper, resp. dem Menschen vor mir, wie sich ein Bewegungsablauf gestaltet und wo eine Erweiterung, Veränderung möglich wird. Man nennt es auch Organisches Lernen. Dies kann therapeutisch wirken.

Was in diesen Feldenkrais-Stunden geschieht, basiert auf verschiedenen wissenschaftlich ausformulierten Grundlagen, wie Entwicklungspsychologie, Kinästhetik, Fasziengesetze, Statik des Menschen, Bewegungsorganisation etc.

Was die Menschen darin erleben ist: sie werfen einen neuen, bewussteren Blick auf ihren Körper. Sie erleben ein neues Körpergefühl wie zum Beispiel Leichtigkeit, Entspannung, Beweglichkeit, Gelassenheit usw. Bewusste Körperwahrnehmung gilt als kreatives Potential, den Alltag lustvoller und leichter zu gestalten und somit wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Gedanken

Zitate aus: DIE ENTDECKUNG DES SELBSTVERSTAEND-LICHEN und DAS STARKE SELBST von Dr. Moshé Feldenkrais

... Haben Sie gelernt, das zu tun, was Sie von sich aus am liebsten tun möchten - und wie man das tut?

... Ich habe an die vierzig Jahre damit zugebracht, zuerst einmal erkennen zu lernen, wie ich was tue, und dann anderen beizubringen, wie man lernen lernt, damit sie sich selbst gerecht werden können.

... Sich selbst zu erkennen, scheint mir das Wichtigste, was ein Mensch für sich tun kann.

... Aber wie kann man sich erkennen? Indem man lernt zu tun, nicht wie man SOLLTE, sondern wie es einem selbst gemäss ist.

... Ein Ausweg liegt auf der Hand. So offen liegt er da, dass kaum Einer ihn bedenkt: uns weniger darum zu kümmern, WAS wir tun, als um die Art und Weise, WIE wir es tun, was es auch sein mag.

... Denn das WIE ist das Kennzeichen unserer Individualität, aus ihm erkennen wir unser Vorgehen, den Prozess unseres Tuns, und nicht aus dessen Inhalt oder Ergebnis.

... Organisches Lernen ist grundlegend, daher unerlässlich. Es kann auch therapeutisch wirken. Lernen ist gesünder, als Patient zu sein und sogar als geheilt zu werden.

... Leben ist kein Ding, sondern ein Prozess. Prozesse aber gehen gut, wenn es viele Wege gibt, sie zu beeinflussen. Um das zu tun, was wir möchten, brauchen wir mehr Wege als nur den einen, den wir kennen - mag er auch an sich ein guter Weg sein.

... Dieses Organische Lernen ist langsam und kümmert sich nicht um die Bewertung etwaiger Ergebnisse als gut oder schlecht. Es hat keinen erkennbaren Zweck, kein Ziel. Es wird gelenkt einzig von dem Gefühl der Befriedigung, das sich einstellt, wenn jeder neue Versuch als weniger ungeschickt empfunden wird als der vorangegangene, ...

... Es gibt Menschen mit grossen Ähnlichkeiten; aber es gibt individuelle Verhaltens-, Handlungs-, Bewegungsweisen, individuelle Arten, zu fühlen, wahrzunehmen, zu empfinden, die jeden Einzelnen zu einem Einmaligen machen; und in meiner Arbeit gilt es, ihn so zu behandeln, dass ihm nach seiner Einmaligkeit geholfen werde.

... Wenn wir unsere Freiheit der Wahl erweitern und menschengerecht anwenden möchten, müssen wir über Dinge, die wir längst kennen und wissen und die uns vertraut sind, auf alternative Weisen denken lernen.

... Im Hinblick auf potentes, gesundes Verhalten gibt es nichts wichtigeres als den Grad des inneren Zwanges, aus dem wir handeln.

... Alles, worauf es wirklich ankommt, geschieht ohnehin: Wir werden immer essen, denken, lernen müssen, Kinder kriegen und sterben, ganz egal, woran wir glauben. Ob aber unser Tun gesund oder unbefriedigend sei, hängt davon ab, WIE wir diese Dinge tun; und das ist der springende Punkt.

... Die Erfahrung des Körpers ist nötig, um die Verbindung zwischen den Nervenmechanismen und der Wirklichkeit herzustellen.

... Denn man muss seiner Motivation überhaupt erst einmal innewerden, bevor man lernen kann, mit ihr anders umzugehen und damit auch sein Verhalten zu ändern.

... Spontaneität bedeutet nicht, dass jeder Drang und Trieb ausgeführt werde, nur weil es ihn gibt und er sich meldet, sondern dass alles Handeln spontan ist, wenn es nicht zwanghaft ist.

... Vollkommenheit ist weder zu erwarten, noch anzustreben. Sie entsteht, indem man nur das Nötige tut, und durch sonst nichts.